Fabian D. Schwarz
Es begann mit einem Schwein
Im Kindergarten spielten wir „Freunde“ von Helme Heine. Niemand wollte das Schwein spielen. Also spielte ich es halt. Keine Ahnung, ob ich damals Lampenfieber hatte. Aber offenbar hat mir die Sache mit der Bühne gefallen.
Es folgten Theaterstücke im heimischen Wohnzimmer (mit meinen Eltern als Publikum), Kaspertheater (mit meinen Eltern und meiner Oma als Publikum) oder Schultheater (mit der halben Schule als Publikum. Und meinen Eltern). Beim Fasching in meiner Kirchengemeinde haben wir das Programm komplett selbst geschrieben und konnten uns kreativ austoben. Das war großartig.
Einige Jahre war ich dann mit Valentin Bolsinger im Musikcomedy-Duo „Besenreim“ unterwegs und auf einigen Bühnen zu Gast. Später folgte mein erstes Soloprogramm mit Auftritten unter anderem beim NightWash-Salon und beim Hamburger Comedy Pokal im Schmidts Theater.
Irgendwann wurden die Bühnen vielfältiger: Tagungen, Galas und Podiumsgespräche, die ich moderierte. Hochzeiten und Trauerfeiern, bei denen ich als freier Redner Menschen und ihre Geschichten in den Mittelpunkt stellte. Und schließlich kamen Seminare und Auftrittscoaching dazu, in denen ich meine Erfahrungen von der Bühne weitergebe.
Text. Ton. Timing.
Heute sind die Bühnen ziemlich unterschiedlich. Was mich daran interessiert, ist erstaunlich ähnlich geblieben:
Was passiert zwischen einem Menschen und seinem Publikum?
Warum hören wir jemandem gerne zu?
Warum funktioniert eine Pointe – und eine andere nicht?
Was macht einen guten Auftritt aus?
Und was passiert, wenn plötzlich etwas ganz anders läuft als geplant?
Nach mehr als 20 Jahren auf der Bühne weiß ich zumindest eines: Ein guter Auftritt muss nicht perfekt sein. Im Gegenteil. Oft sind es gerade die ungeplanten Momente, in denen etwas Besonderes entsteht.
Privat lebe ich mit meiner Frau und unseren drei Kindern in Remseck am Neckar, zwischen Stuttgart und Ludwigsburg. Und stehe immer noch ziemlich gerne vor Menschen.
Nur das Schwein, das würde ich heute nicht mehr spielen.
